Durch den Einsatz von KI stehen nicht nur Sprachdienstleister unter Zugzwang: automatisch generierte Übersetzungen setzen neue Tempo-Benchmarks – und „asap“ wird immer mehr zum Standard. Wie Leinhäuser diesen Druck in einen klaren Wettbewerbsvorteil verwandelt hat. Wie exzellente Textqualität selbst bei Hochgeschwindigkeit gelingt. Und warum ein Zurück zur Langsamkeit keine Option ist, erklärt die Geschäftsführerin und Mitinhaberin der Leinhäuser Language Services GmbH, Heike Leinhäuser im Interview.
Heike, auf einer Skala von 1 (langsam) bis 10 (sehr schnell) – welches Tempo wird heute für Übersetzungen und Adaptionen auf Top-Niveau erwartet?
Eine gute 9 – und zwar kunden- und disziplinübergreifend.
Diese Erwartung müssen wir als Dienstleistungsunternehmen erfüllen. Dafür haben wir klare Prozesse etabliert.
Nehmen wir eine klassische Pressemitteilung mit etwa 200 Wörtern: Sobald der Ausgangstext vorliegt, folgt innerhalb von 20 Minuten die Auftragsbestätigung.
Binnen 2 bis 3 Stunden liefern wir dann die adaptierten Texte. Das liegt weit über der klassischen Durchlaufzeit von 24 Stunden.
Wir bieten diese Schnelligkeit ganz bewusst an, weil unsere Kunden das fordern. Unser Tempo wird von der Kundenanfrage bestimmt: Bestätigen wir den Kundenwunsch ‚Lieferung um 15 Uhr‘, dann liefern wir spätestens um 15 Uhr.
Diese Termintreue ist Teil unseres Qualitätsversprechens.
Seit wann rückt Geschwindigkeit bei Übersetzungen und Adaptionen stärker in den Fokus?
Seit etwa 5 Jahren beobachten wir – unabhängig von KI – eine deutliche Beschleunigung der Anforderungen. In der Folge haben wir unsere Durchlaufzeiten signifikant reduziert – mit einem weiteren Tempo-Schub während der Pandemie.
Gerade in Konzernen ist in dieser Zeit unglaublich viel kommuniziert worden – und sehr schnell!
Auch im Marketing ist die Erwartung an eine schnelle Time-to-Market-Kommunikation stetig gestiegen. Generative KI hat hier nochmals eine neue Benchmark gesetzt: Texte auf Knopfdruck.
Doch es gibt auch Bereiche, in denen wir extrem schnell rein „human“ agieren müssen. Vertrauliche Texte obliegen in unserem Haus einem besonderen Prozess, der keine Information nach draußen dringen lässt. Dies gilt besonders für dasFinancial Reporting.
Hier zählt jede Minute – umfangreiche Reports auf Deutsch und Englisch, fehlerfrei und terminsicher.
Für den gestiegenen Anspruch an Schnelligkeit und Qualität haben wir ein schlagkräftiges Spezialisten-Team aufgebaut.
Für alles, was gut und gleichzeitig schnell sein muss, braucht es Profis mit Fach- und Branchenkenntnis. Nur Spezialisten liefern echte Qualität in hoher Geschwindigkeit.
Heike Leinhäuser, Geschäftsführerin Leinhäuser Language Services GmbH
Welche Texte müssen besonders schnell übersetzt oder adaptiert werden?
Jede Kommunikation wird heute binnen kürzester Zeit erwartet.
Ob für Audio, Video oder Social Media: Auf fast allen Kanälen wird heute schnell kommuniziert.
Niemand möchte mehr auf Content warten. Krisen oder ein vorgezogener Produkt-Launch beschleunigen das Tempo zusätzlich.
Schon 2021 haben wir deshalb unsere Priority Lane als zusätzlichen Service angeboten: Einen bevorzugten Zugang zu unserem schnellen Übersetzungs-, Adaptions- und Copywriting-Service – ohne Wartezeiten.
Heute ist die Priority Lane längst die neue Normalität.
Viele unsere Kunden nennen sie intern auch „Fast Lane“: Schnell ist Standard.
Welche Risiken entstehen für Eure Kunden, wenn Texte nicht rechtzeitig vorliegen?
Ich würde hier gar nicht unbedingt von Risiken sprechen.
Entscheidend ist: Welchen Zweck hat ein Text?
Eine Pressemitteilung, die nur wenige Stunden zu spät erscheint, ist schon obsolet. Verzögerte Financial Reports können rechtliche Folgen haben.
Und im E-Commerce gilt: Was nicht pünktlich zum Produkt-Launch lokalisiert ist, wird nicht verkauft. Hier zählen oft Stunden.
Genau darauf sind wir vorbereitet. Unser Prinzip vom „verlängerten Schreibtisch“ greift heute mehr denn je: Wir denken mit, wissen genau, was unsere Kunden wollen, und sind mit ihnen linguistisch auf Augenhöhe.
Wir liefern nicht nur Text, sondern Service: Wir verstehen, was der Kunde benötigt – und liefern. Unsere Stärke liegt darin, in kürzester Zeit zu reagieren und dafür zu sorgen, dass nichts liegen bleibt. Wir agieren wie ein Mitglied der kundeninternen Teams. Arbeiten auch teilweise auf deren gleichnamigen Kanälen. Dafür halten wir immer ausreichend Personalressourcen bereit.
Heike Leinhäuser, Geschäftsführerin Leinhäuser Language Services GmbH
Wie sichert Ihr dabei Qualität?
Durch Kompetenz, etablierte Prozesse und ausreichend Personalressourcen: Alleine inhouse arbeiten wir mit rund 40 Linguisten aus 10 Nationen. Die Linguisten sind kein abgekoppeltes Produktionscenter, sondern betreuen selbst die Kunden. One Face to the Customer, schnelle Ergebnisse.
Darüber hinaus stehen ein starkes externes Netzwerk und ein internes Language-Engineering-Team auf Abruf zur Verfügung.
Den Unterschied macht unser System: Unsere Wege sind kurz und direkt – jeder Kunde arbeitet mit einem festen Team, das er über die persönliche E-Mail-Adresse oder Telefonnummer erreichen kann.
Unsere Account Manager sind selbst Linguisten. Wenn es darauf ankommt, liefern sie Texte auch selbst – schnell und in hoher Qualität.
Letztere sichern wir mit dem 4-Augenprinzip: Jeder Text wird vor Auslieferung von einer zweiten Fachkraft geprüft – fachlich, sprachlich und hinsichtlich einer konsistenten Terminologie.
Durch unsere Philosophie des ‚One Face to the Customer‘ sind unsere Kunden im ständigen Dialog mit ihrem persönlichen Leinhäuser-Team. Kleine Änderungen lassen sich so in wenigen Minuten realisieren. Diese Ansprechbarkeit ist unabdingbar für unsere Kunden.
Heike Leinhäuser, Geschäftsführerin Leinhäuser Language Services GmbH
Inwieweit unterstützt Euch KI dabei, dieses Tempo zu halten?
Generative KI ist für uns wie ein weiteres Teammitglied: Schnell, effizient und konsistent – besonders bei kurzen Texten.
Doch unser eigentlicher Mehrwert beginnt dort, wo KI an Grenzen stößt: Wir erkennen Kontexte, antizipieren Situationen und stoßen proaktiv die nächsten Schritte an.
Welche Voraussetzungen müssen Eure Kunden hierfür mitbringen?
Zu Beginn der Zusammenarbeit brauchen wir von unseren Kunden ein Grundbriefing.
Dabei klären wir die Erwartungshaltung, sammeln vorhandene Best Practices und schauen uns die jeweiligen Prozesse an. Mit diesem Wissen bauen wir uns eine kundespezifische Datenbank auf.
Für den jeweiligen Auftrag fragen wir dann nochmals gezielt nach dem Zweck und der Tonalität des Textes. Für alles andere sorgen wir: termintreue Textergebnisse, vertrauliche Workflows und Migrationslösungen ohne Medienbrüche.
Wir klinken uns reibungslos in die Prozesse und Systeme unserer Kunden ein. Mit unserem eigenen Language Engineering Team passen wir uns flexibel an die jeweiligen Formate an – das minimiert den Abstimmungsaufwand, sichert die Qualität und spart Zeit.
Heike Leinhäuser, Geschäftsführerin Leinhäuser Language Services GmbH
Wie beeinflusst Branchenwissen das Tempo?
Ohne fundiertes Branchenwissen lassen sich Schnelligkeit und Qualität in der Corporate Communication nicht realisieren.
Deshalb setzen wir auf Account Manager, die nicht nur sprachlich, sondern auch fachlich sattelfest sind.
Das Ergebnis sind fundierte und zielorientierte Texte, die inhaltlich überzeugen und ohne Verzögerung genutzt werden können.
Welche Rolle spielt Muttersprachlichkeit in puncto Schnelligkeit?
Die entscheidende Rolle. In keiner Sprache schreibt und adaptiert man so gut wie in der Muttersprache.
Unsere Profis bei Leinhäuser adaptieren ausschließlich in ihrer Muttersprache. Nur so entsteht die Finesse, die ein Text braucht, um zu überzeugen.
Gibt es Grenzen der Schnelligkeit?
Ich würde eher von Grenzen der Machbarkeit sprechen.
Ja, die gibt es.
Die erkennen wir als Profis aber sofort. Wenn wir die erwartete Qualität, realistische Durchlaufzeiten – von Auftragsbestätigung bis zur finalen Freigabe – sowie fundierte Branchenkenntnis sicherstellen wollen, stoßen wir zwangsläufig an die Grenzen des Machbaren.
Dann beraten wir, an welchen Stellschrauben wir drehen können, arbeiten Kompromisse heraus und präsentieren konkrete Lösungsoptionen.
Entscheidend ist am Ende meist die Dringlichkeit, die das Management vorgibt.
Wie entwickelt Ihr Euch bei Leinhäuser weiter, um noch schneller zu werden?
Natürlich entwickeln wir uns weiter, genau wie sich auch die Tool-Landschaften weiterentwickeln. Was uns wirklich schneller macht, ist eine verbesserte Verfügbarkeit – auch außerhalb der Bürozeiten. Unsere Kunden sind uns für diese Flexibilität unendlich dankbar. Dadurch zeigen wir: Wir passen uns den veränderten Anforderungen an – und sind da, wenn wir gebraucht werden.
Durch die schnelle Erreichbarkeit bringen wir die nötige Flexibilität mit, die wirtschaftlichen Erfolg heute erfordert. Wir sind für unsere Kunden da, wenn sie uns brauchen.
Heike Leinhäuser, Geschäftsführerin Leinhäuser Language Services GmbH
Wünschst Du Dir manchmal wieder etwas mehr Langsamkeit im Tagesgeschäft zurück?
Nein. Wir bei Leinhäuser empfinden die heute geforderte Schnelligkeit nicht als Belastung.
Unser System ist darauf ausgelegt, schnell und in hoher Qualität zu liefern.
Insbesondere die spürbar große Wertschätzung unserer Kunden trägt uns auch durch saisonale Hochphasen.
Nach diesem ‚Stress mit Ansage‘ pendeln sich Auftragsvolumen und Geschwindigkeit ja auch wieder ein. Und wir wissen: Wir als Team können das leisten!

Redaktionsteam Leinhäuser
Sprachen sind unsere Leidenschaft. Deswegen nehmen wir regelmäßig auch aktuelle Entwicklungen und neue Tools unter die Lupe, die sich auf die Welt der Kommunikation auswirken. In verschiedenen Blogbeiträgen teilen unsere internen Expertinnen und Experten ihr Wissen und ihre Erkenntnisse zu spezifischen Bereichen unseres Portfolios und beleuchten wichtige Zukunftstrends für unsere Branche. Von kreativem Schreiben über Nachhaltigkeitsberichte bis hin zur Programmierung – jedes Mitglied unseres Teams zeichnet sich durch ein einzigartiges Profil aus und trägt so einem vielfältigen Gesamtbild bei.




