In jedem Unternehmen wächst über die Jahre eine eigene Sprache. Dokumentiert ist sie selten. Dieselbe Komponente heißt in der Vertriebsdokumentation anders als im Ersatzteilkatalog, und im Geschäftsbericht steht ein Wort, das im Marketing niemand verwenden würde.

Solange das Unternehmen in nur einer Sprache kommuniziert, ist das manchmal ärgerlich, fällt aber nicht so sehr ins Gewicht. Sobald übersetzt wird, vervielfacht sich das Durcheinander.

Was ist Terminologiemanagement?

Terminologiemanagement ist die systematische Erfassung, Definition, Freigabe und Pflege der Fachbegriffe eines Unternehmens, zusammen mit ihren verbindlichen Entsprechungen in den Zielsprachen.

Der Unterschied zum Glossar liegt sowohl in der Breite als auch in der Tiefe. Ein etabliertes Terminologiemanagement wirkt im ganzen Unternehmen, über alle Abteilungen hinweg und deckt – anders als spezifische Fachglossare – alle Bereiche eines Unternehmens ab. Hinterlegt wird kein Wortpaar, sondern ein Begriff mit allem, was zu seiner Verwendung gehört:

  • bevorzugte Benennung in Ausgangs- und Zielsprache
  • Definition, die den Begriff von ähnlichen abgrenzt
  • zulässige Synonyme sowie ausdrücklich zu vermeidende Varianten (sogenannte Forbidden Terms)
  • Fachgebiet, Kontextbeispiel und Quelle
  • Freigabestatus und zuständige Fachabteilung

Wirksam wird das erst durch die Freigabe. Solange niemand entschieden hat, welche Benennung gilt, konkurrieren weiter mehrere miteinander.

Was wir übernehmen

  1. Wir werten aus, was bereits vorliegt: bestehende Glossare, frühere Übersetzungen, den Bericht des Vorjahres. Daraus ziehen wir die Begriffe, die tatsächlich verwendet werden, statt eine Wunschliste zu erstellen.
  2. Dubletten, früher verwendete Benennungen und konkurrierende Schreibweisen führen wir zusammen und legen sie zur Entscheidung vor.
  3. Entschieden wird von Ihren Fachexpertinnen und Fachexperten. Wir moderieren den Prozess und dokumentieren jede Entscheidung nachvollziehbar.
  4. Muttersprachliche Fachübersetzerinnen und Fachübersetzer arbeiten die freigegebenen Begriffe in Ihren Zielsprachen aus, mit denselben Prüfschritten wie bei einem Fachtext.
  5. Die Datenbank binden wir in die Werkzeuge ein, in denen bei Ihnen geschrieben wird. Alle Mitarbeitenden greifen zusätzlich über den Browser darauf zu.
  6. Danach halten wir den Bestand aktuell. Neue Produkte, geänderte Vorschriften und Zukäufe erzeugen laufend neue Begriffe.

Drei Sprachsysteme

Fachterminologie sichert die fachliche und rechtliche Belastbarkeit. Im Finanz- und Nachhaltigkeitsreporting gibt es hier keinen Spielraum, weil ESRS und EU-Taxonomie die Begriffe amtlich festlegen. Corporate Language bildet die gewachsene sprachliche Identität ab, von Claims bis zu den Namen der Abteilungen. SEO-Terminologie folgt der Suchintention Ihrer Zielgruppen und weicht deshalb oft von beidem ab.

Zusammenführen lassen sich die drei nicht, und das ist auch nicht das Ziel. Sie müssen dokumentiert und bewusst auseinandergehalten werden. Ausführlich in Terminologie als strategischer Erfolgsfaktor.

Systeme und Anbindung

Terminologiedatenbank Trados MultiTerm, crossterm, Qterm begriffsorientiert aufgebaut
Übersetzungssysteme Für Trados Studio, memoQ, Across etc.: Freigegebene Begriffe erscheinen im Übersetzungsprozess bzw. während der Überarbeitung und werden auf Abweichungen geprüft
Ihre Systeme Kundenspezifische Anbindung: Schnittstellen zu Ihrem CMS, Ihren Redaktionssystemen und Produktdatenbanken
Export Alle gängigen Exportformate wie TBX, CSV, XLSX, XLIFF.

Qualität und Vertraulichkeit

Terminologiearbeit im Finanz- und Compliance-Umfeld berührt regelmäßig Zahlen, die vor ihrer Veröffentlichung kursrelevant sind. Unsere Prozesse sind darauf ausgelegt.

  • ISO 17100 für den reinen Übersetzungsprozess, einschließlich Revision durch eine zweite qualifizierte Fachkraft
  • ISO 9001 für das Qualitätsmanagement im ganzen Unternehmen
  • TISAX für Informationssicherheit
  • Verarbeitung nach DSGVO, Datenhaltung in der EU

Terminologie und künstliche Intelligenz

Ohne hinterlegte Terminologie erfindet ein Sprachmodell plausibel klingende Varianten, in jeder Sprache eine andere. Eine gepflegte Datenbank ist die Voraussetzung dafür, KI im Übersetzungsprozess überhaupt verantwortbar einzusetzen. Sie liefert die Begriffe, an die sich das System zu halten hat. Entschieden wird weiterhin von Menschen.

Unser KI-System GatewayAI liefert Ihnen im Self-Service KI-Übersetzungen, die Ihre Corporate Langue bereits berücksichtigt.

Schicken Sie uns ein paar Ihrer bestehenden Texte, wenn Sie wissen wollen, wie einheitlich Ihre Unternehmenssprache heute ist. Wir sehen sie durch und sagen Ihnen, wo die Varianten liegen: info@leinhaeuser.com

FAQs

Ein Glossar ist eine Liste. Terminologiemanagement ist der Prozess dahinter: Wer schlägt einen Begriff vor, wer entscheidet darüber, wie wird die Entscheidung dokumentiert und wie gelangt sie in die Werkzeuge, mit denen Ihre Teams täglich schreiben.

Der Aufwand richtet sich nach dem Ausgangsbestand. Ein bereinigter Grundbestand von 300 bis 500 zentralen Begriffen ist ein üblicher Einstieg. Die laufende Pflege liegt deutlich darunter und senkt die Kosten der Folgeprojekte, weil wiederkehrende Passagen konsistent bleiben.

Nein. Sie greifen über den Browser auf unsere Datenbank zu. Wenn Sie bereits ein System einsetzen, arbeiten wir darin.

Ja, sobald mehrere Abteilungen über dieselben Sachverhalte schreiben. Die meisten Inkonsistenzen entstehen bereits einsprachig.